Muslime müssen alles umsonst machen

Bismillah

Podcast – Folge 3: Fisabillilah

 

Heute möchte ich mit euch über die Bedeutung von „fisabillilah“ sprechen und insbesondere über das Missverständnis, dass hierüber leider in unserer Ummah herrscht. Zuerst einmal „fisabillilah“ bedeutet, das Arbeiten auf dem Wege Allahs s.w.t. Das bedeutet, dass wir das was wir tun mit der besten Absicht, nämlich der für Allah s.w.t machen. Es ist kein Problem damit noch eine weitere Absicht zu verknüpfen, beispielsweise ich tue etwas in der Hoffnung, dass Allah s.w.t mir etwas anderes dafür gewährt.

Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem. Wenn ich etwas „fisabillilah“ anbiete, heißt das im Umkehrschluss nicht, dass ich es kostenfrei anbieten muss. Heutzutage wird dies aber leider von vielen Muslime angenommen. Und dies stellt ein großes Problem für unserer Ummah dar. Unsere Priorisierung ist in diesem Fall sehr falsch. Leider wird manchmal Geschwistern, die ein Islamstudium anbieten oder den Quran lehren und dafür Geld nehmen, eine falsche Absicht unterstellt, was sehr traurig ist. Aber woher kommt eigentlich dieser Gedankengang, dass wenn ich Geld dafür nehme, ich es automatisch nicht mehr für Allah s.w.t tue? Warum haben wir kein Problem damit den Nichtmuslimen für ihre Leistungen Geld zu bezahlen aber nicht der Ummah Muhammads s.a.s? Genau hier sehen wir einen großen Trick von Shaytan, mit dem er wirklich geschafft hat unser Mindset in eine ganz falsche Richtung zu lenken. Diese Verzerrung unseres Mindsets betrifft aber nicht nur diesen Bereich sondern auch die generelle Wertschätzung der islamischen Wissensvermittlung. Ich habe einige Zeit Nour Al Bayan Kurse mit meiner Schwägerin, die eine Mualima ist, gegeben. Dazu muss ich erwähnen, dass ich selbst keine Mualima bin, ich befinde mich aber in sha Allah auf dem Weg dahin. Ich habe das Ganze organisiert und diese Kurse waren natürlich fisabillilah und auch kostenfrei. Und die Resonanz nach eineinhalb Jahren war einfach nur traurig. Teilweise waren die Mualimas, hochausgebildete Frauen mit Ijazah, allein im Zoomunterricht. Und das lag nicht daran, dass der Unterricht schlecht war, die Wertschätzung dafür hat einfach gefehlt. Wir dürfen bei dieser Sache nicht vergessen, dass ein Sheikh oder eine Sheikha ein großes Haqq bei uns haben. Wir sollten immer Dua für sie machen.

Ich selbst kenne Shuyukh, sie leben ausschließlich für die Religion. Dawah, das ist ein 24/7 Job. Und dann gibt es wirklich noch Leute, die sich darüber empören, wenn sie einen gewissen Geldbetrag dafür nehmen wollen. Die eigentliche Frage ist doch, wie soll er denn sonst seine Familie ernähren? Frage dich, wärst du bereit dein Leben komplett der Religion zu widmen und nebenbei noch Vollzeit zu arbeiten. Würdest du das schaffen? Deshalb, wir sollten keine voreiligen Schlüsse ziehen. Es ist doch in Ordnung, wenn derjenige sich auch finanziell etwas stabilisieren will. Es ist unbedingt notwendig, dass wir diesbezüglich nochmals unser Mindset tracken und verstehen, dass das eine das andere überhaupt nicht ausschließt. Natürlich muss man erwähnen, dass darin auch Fitna liegen kann und man sehr aufpassen muss, dass die Absicht dabei rein bleibt. Aber das ist doch jedem selbst überlassen und sowieso, nur Allah s.w.t weiß, was wirklich im Herzen ist. Es ist wichtig, dass wir immer das Beste von unseren muslimischen Geschwistern denken. Dabei ist auch zu bedenken, dass wir eine Person immer nur von außen sehen und wir nur das erfahren, was sie uns wissen lassen will. Du weißt nicht was wirklich gerade in ihrem Leben vorgeht, welche Prüfungen sie gerade durchmacht.

Deshalb sollten wir unsere Geschwister unterstützen und ihnen dabei helfen unabhängig zu werden. Denn nur dann wird sich auch unsere Ummah als Ganzes wieder aufbauen. Und im Endeffekt wird sich, genau wie Allah s.w.t im Quran sagt, nichts ändern solange wir uns nicht ändern. Deshalb ändere dein Mindset, überlege nochmal was du über „fisabillilah“ denkst und dann in sha Allah wird sich auch alles um dich herum ändern.

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